Allgemeine Informationen über das Land Brasilien
Details
Das Land Brasilien
portugiesisch República Federativa do Brasil, Bundesrepublik und größtes Land Südamerikas. Es nimmt knapp die Hälfte der gesamten
Kontinentfläche ein. Im Norden grenzt es an Venezuela, Guyana, Surinam, Französisch-Guayana und den Atlantischen Ozean; im Osten an den Atlantischen Ozean; im Süden an Uruguay; im Westen an Argentinien, Paraguay, Bolivien und Peru und
im Nordwesten an Kolumbien. Mit Ausnahme von Chile und Ecuador verfügt die Republik über Grenzen zu jedem Land Südamerikas. Brasilien ist das fünftgrößte Land der Erde (nach Russland, China, Kanada und den Vereinigten Staaten). Die
Gesamtfläche Brasiliens beträgt 8 511 966 Quadratkilometer. Die größte nordsüdliche Länge des Landes beträgt 4 345 Kilometer, die maximale ostwestliche Breite 4 330 Kilometer. Die meisten Einwohner Brasiliens leben am Atlantischen
Ozean, u. a. in den Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro. Die Hauptstadt Brasília (Einwohnerzahl 1991 etwa 1 841 000) liegt jedoch im Landesinneren.
Die weiten Hochlandflächen (das Brasilianische Bergland) sowie das
Flußgebiet des Amazonas sind die charakteristischen Landschaften Brasiliens. Das Bergland erstreckt sich über den größten Teil des Südostens mit Erhebungen von 305 bis 915 Meter; es ist durch zahlreiche Gebirgsketten und Flusstäler
zerklüftet. An seinem südöstlichen Rand, der meist parallel zur Küste verläuft, fällt es in verschiedenen Gegenden, insbesondere im Norden des zehnten Grades südlicher Breite und südlich des 20. Grades südlicher Breite, steil zum
Ozean ab. Zu den wichtigsten Teilen des Brasilianischen Berglandes zählen die Serra da Mantiqueira, die Serra do Mar und die Serra Geral. Die Erhebungen in diesen und anderen Regionen erreichen eine durchschnittliche Höhe von 1220
Metern. Dazwischen ragen hohe Gipfel auf, z. B. der Pico da Bandeira (2 890 Meter) in der Serra da Mantiqueira und der Pedra Açu (2 232 Meter) in der Serra do Mar. Weite Teile des Berglandes sind von Grasland bedeckt, andere sind
bewaldet. Das Amazonasbecken nimmt mehr als ein Drittel der Gesamtfläche des Landes ein. Hier befinden sich überwiegend Tiefebenen; die vereinzelten Anhöhen erreichen lediglich etwa 150 Meter. Weite Bereiche dieser Region sind von
Sümpfen und Schwemmebenen durchzogen. Der größte Teil des Amazonasbeckens ist von tropischem Regenwald (Selvas) bedeckt. Soweit diese Waldgebiete nicht zerstört sind, ist der Dschungel hier so undurchdringlich, dass ein Großteil der
brasilianischen Tiefebene erst in jüngster Zeit erforscht werden konnte. Am Nordrand des Amazonasbeckens erstreckt sich eine weitere Bergregion, die zum Guayana-Bergland gehört. Hier liegen die Serra Tumucumaque, mit Erhebungen bis zu
915 Metern, die Serra Acaraí mit einer maximalen Höhe von 460 Metern und die Serra Parima (größte Erhebung 1 525 Meter). Der Pico da Neblina (3 014 Meter) befindet sich an der Grenze zu Venezuela und ist der höchste Berg Brasiliens.
Die brasilianische Küste ist 9 655 Kilometer lang und weist vor allem im Norden relativ regelmäßige Konturen auf. Im Süden gibt es jedoch einige Buchten, die als natürliche Häfen dienen. Hierzu zählen insbesondere die Buchten von
Rio de Janeiro, Salvador und Recife. Mit Ausnahme derjenigen Regionen, in denen das Brasilianische Bergland steil zum Ozean abfällt, besteht der Küstenstreifen aus einer Ebene. Die Region um São Paulo ist von der fruchtbaren, beinahe
roten terra rosa geprägt. Diese Bodenbeschaffenheit entsteht durch eine von Hitze und Feuchtigkeit beschleunigte Basaltzersetzung.
Wirtschaft
Die ehemalige
Agrarnation entfaltete in den sechziger und siebziger Jahren ein rasantes industrielles Wachstum und hatte sich bereits in den achtziger Jahren zu einer modernen diversifizierten Volkswirtschaft weiterentwickelt. In den späten achtziger
Jahren enthielt der jährliche Haushaltsetat des Landes öffentliche Einnahmen von 15,7 Milliarden US-Dollar, die Ausgaben beliefen sich hingegen auf 25,1 Milliarden US-Dollar. Die Arbeitsbevölkerung Brasiliens beläuft sich auf 55,4
Millionen Personen, wobei Frauen etwa ein Drittel der Arbeitskräfte stellen. 24 Prozent sind in der Landwirtschaft beschäftigt, 51 Prozent im Dienstleistungsbereich und 23 Prozent in Industrie und Bauwesen.
Landwirtschaft
Obwohl der bewirtschaftete Teil des Landes lediglich 7,5 Prozent der Gesamtfläche umfasst, zählt Brasilien zu den wichtigsten Agrarländern. Etwa ein Viertel der
Kaffeeproduktion der Welt wächst auf den Plantagen von São Paulo, Paraná, Espírito Santo und Minas Gerais. Wichtige Anbauprodukte sind ferner Zuckerrohr (dient nicht nur zur Gewinnung von Zuckerraffinade, sondern auch zur Herstellung
von Alkohol und Benzin), Kidney-Bohnen, Kakao, Mais und Orangen, Sojabohnen, Tabak, Kartoffeln, Baumwolle, Reis, Weizen, Manioka und Bananen. Viehzucht wird insbesondere in São Paulo und den anderen südlichen Staaten betrieben.
Gezüchtet werden Rinder, Schweine, Hühner, Schafe, Ziegen, Pferde, Esel, Maultiere und Ochsen.
Forstwirtschaft
Die Waldgebiete bedecken etwa zwei Drittel der
Fläche. Die wichtigsten Erzeugnisse der brasilianischen Forstwirtschaft sind Tungöle, Kautschuk, Karnauba-Wachs, Caroa-Fasern, medizinisch verwertbare Blätter, Pflanzenöle, Harze, Nüsse sowie Bau- und Möbelhölzer. Von herausragender
wirtschaftlicher Bedeutung sind auch die Nutzhölzer Paranàpinie und grüner Pfefferbaum. Der Holzeinschlag nahm in den siebziger und achtziger Jahren drastisch zu, weil immer mehr Waldgebiete für die Besiedlung gerodet wurden.
Bergbau
Brasilien ist sehr reich an mineralischen Bodenschätzen, wegen mangelhafter Kapitalausstattung und schwieriger Transportbedingungen konnte jedoch erst in den
siebziger Jahren mit dem industriellen Abbau begonnen werden. Kohle wird u. a. in Rio Grande do Sul und Santa Catarina gefördert. Die Goldgewinnung im Urwald des Amazonas hält seit 1979 unvermindert an, die Eisenvorkommen bei Itabira und
an anderen Orten zählen zu den reichsten der Erde, ebenso wie die Zinnvorkommen. Quarzkristall, Monazit und Beryllium gehören ebenfalls zu den wichtigsten Exportgütern. Mangan, Industriediamanten, Chrom, Zirkonium, Rohöl, Erdgas,
Silber, Bauxit und Glimmer werden in beträchtlichen Mengen gefördert. Darüber hinaus verfügt Brasilien über wertvolle Vorkommen an Magnesit, Graphit, Titan, Kupfer, Zink, Quecksilber, Platin und Phosphaten, welche jedoch nicht in
größerem Umfang abgebaut werden.
Klima
Die Klimazonen Brasiliens reichen von tropisch bis gemäßigt. Die Durchschnittswerte in Brasília für die Monate
Januar und Juli liegen bei 22,3 °C und 19,8 °C. Im Vergleich dazu lassen sich für Rio de Janeiro für dieselben Monate Temperaturen von 28,5 °C und 19,6 °C messen. Die jährliche Durchschnittsniederschlagsmenge beträgt in Brasília 1
600 Millimeter, in Rio de Janeiro hingegen 1 800 Millimeter. Tropisches Klima herrscht überwiegend in den niederen Küstenregionen im Norden des Wendekreises des Steinbocks, wobei die Meereswinde einen mäßigenden Einfluss auf die hohen
Temperaturen und die Feuchtigkeit ausüben. Der jährliche Niederschlag in diesem Teil des Küstenstreifens variiert zwischen 1 000 und 2 300 Millimeter. In der Küstenregion südlich des Wendekreises des Steinbocks ist das Klima je nach
Jahreszeit starken Schwankungen unterworfen. Ganz im Süden wurden Temperaturen bis -5,6 °C aufgezeichnet. Frost ist in diesem Landesteil keine Seltenheit. In der südlichen Küstenregion liegt die durchschnittliche jährliche
Niederschlagsmenge bei 1 016 Millimetern. In den östlichen zentralbrasilianischen Hochebenen herrscht zwar subtropisches Klima, wegen der relativen Hochlage sind die Tagestemperaturen jedoch sehr unterschiedlich und die Nächte kalt.
Diese Gegend wird häufig von Dürrekatastrophen heimgesucht. In Bergregionen des Südens und Westens sind die Niederschläge relativ stark. Die Temperaturen in den südöstlichen Bergregionen reichen von subtropisch bis gemäßigt.
Bevölkerung
Etwa 22 Prozent der brasilianischen Bevölkerung sind Mulatten. Die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe bilden Personen portugiesischer Abstammung (15
Prozent), gefolgt von Mestizen (12 Prozent), Italienern (11 Prozent), Schwarzafrikanern (11 Prozent) und Spaniern (10 Prozent). Die restliche Bevölkerung setzt sich aus Deutschen, Japanern und den Nachfahren der präkolumbianischen
Bewohner zusammen. 1993 betrug die Einwohnerzahl 156 664 223. Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von rund 18 Personen pro Quadratkilometer. Etwa 75 Prozent der brasilianischen Bevölkerung leben in den städtischen Ballungsgebieten.
Wichtige Städte
Im Bundesdistrikt liegt die Landeshauptstadt Brasília (seit1960). Die größte Stadt ist São Paulo, Zentrum der brasilianischen Industrie,
mit einer Einwohnerzahl von etwa 9 480 000. Weitere bedeutende Städte (Stand der Einwohnerzahlen jeweils 1993) sind Rio de Janeiro, ehemalige Landeshauptstadt und Handelszentrum (5 336 000); Porto Alegre, Hafenstadt am Atlantik (1 254
000); Salvador, Hafenstadt in einer fruchtbaren, landwirtschaftlich wichtigen Region (2 056 000); Belém, bedeutende Hafenstadt am unteren Amazonas (1 235 000); Recife, wichtigste Handelsstadt der zentralen Region (1 335 000); Curitiba (1
248 000); Belo Horizonte, Mittelpunkt der Baumwollindustrie (2 048 000) und Manaus, Hafenstadt am Fluss Negro (996 000).
Sprache
Die offizielle Landessprache
Brasiliens ist Portugiesisch. Einige Brasilianer sprechen auch Deutsch und Italienisch, insbesondere in den Städten des Südens.
Religion
Etwa 88 Prozent der
brasilianischen Bevölkerung gehören der römisch-katholischen Konfession an. Etwa 20 Millionen Katholiken sind zugleich auch Anhänger afro-brasilianischer Glaubensvorstellungen. Daneben gibt es im Land mindestens fünf Millionen
Angehörige der lutheranischen, methodistischen und der Episkopal-Kirche. Darüber hinaus hat sich eine kleine jüdische Gemeinde gebildet. Die Nachfahren der vorkolumbianischen Bevölkerung üben meist ihre alten Religionen aus. Die
Trennung von Kirche und Staat ist formal und vollständig.
Europäische Entdeckung und erste Besiedlung
Im April 1500 landete der portugiesische Seefahrer Pedro
Álvares Cabral an der Küste des heutigen Brasilien und beanspruchte die umliegende Region formell für die portugiesische Krone. Der italienische Seefahrer Amerigo Vespucci brachte von seiner Entdeckungsreise, die er 1501 für den
portugiesischen Hof unternahm, eine Ladung Brasilholz mit, von dem sich der Name Brasilien ableitet. 1530 begann die Kolonisierung Brasiliens. Unter dem ersten Generalgouverneur (1549) wurde die neu gegründete Stadt Salvador, oder Bahia,
zur Hauptstadt. Viele Sklaven wurden aus Afrika in die Region verschleppt. São Paulo, im Süden des Landes, wurde 1554 gegründet. Die Franzosen errichteten 1555 an den Ufern der Bucht Rio de Janeiro eine Kolonie. Diese wurde 1560 von den
Portugiesen zerstört und 1567 wurde dort die Stadt Rio de Janeiro gegründet.
Einreise
Bei einem Aufenthalt von bis zu 90 Tagen können deutsche Touristen mit
deutschem Reisepass, der bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist, ohne vorherige Einholung eines Visums einreisen. Der deutsche Kinderausweis wird anerkannt, es wird jedoch empfohlen, diesen grundsätzlich mit einem Lichtbild
versehen zu lassen. Die Eintragung eines Kindes im Reisepass der Mutter wird anerkannt, bei einer Eintragung in den Reisepass des Vaters können örtlich Probleme entstehen.
Einreisekarten und Stempel werden am Flughafen erteilt. Die
Einreisekarte sollte vom Pass getrennt aufbewahrt werden, damit auch bei Passverlust die legale Einreise nachgewiesen werden kann. Vor Ablauf der 90-Tage-Frist kann bei einer Dienststelle der Bundespolizei (Polícia Federal - Departamento
da Polícia Marítima, Aérea e de Fronteiras = DPMAF) eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung um maximal weitere 90 Tage beantragt werden. Die erlaubte Gesamtaufenthaltsdauer innerhalb von 12 Monaten beträgt maximal 180 Tage.
Bei längerem Aufenthalt sollte unbedingt vorher ein Visum beim zuständigen brasilianischen Konsulat in Deutschland beantragt werden, da ansonsten bei der Ausreise Schwierigkeiten zu befürchten sind.
Medizin
Impfschutz: Der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amts empfiehlt Schutz gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über drei Monate auch Hepatitis B. Bei besonderer Exposition (Landaufenthalt, Jagd, Jogging u.a.) kann Impfschutz auch gegen Tollwut, Typhus sehr sinnvoll sein. Im persönlichen Beratungsgespräch mit dem Tropenarzt bzw. dem Impfarzt mit tropen- und reisemedizinischer Erfahrung sollen diese und andere Fragen entschieden werden.
Eine gültige Gelbfieberimpfung wird bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet verlangt und ist bei Reise in das Amazonasgebiet sehr sinnvoll. Dengue
HIV / Aids ist im Lande ein großes Problem und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken
eingehen: Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches lebensgefährliches Risiko bergen.
Prophylaxe: Durch hygienisches Essen und Trinken (nur Abgekochtes, nichts lau Aufgewärmtes) können die meisten z.T. auch gefährlichen Durchfälle und durch einen konsequenten Mückenschutz (Repellentien, Mückennetz, bedeckende Kleidung, Verhalten) können viele andere Tropen- und Infektionserkrankungen ganz vermieden werden. Dazu zählen auch das Denguefieber, das auch in den Städten zugenommen hat, und die Malaria. Man sollte nicht in Süßwasser baden (Gefahr der Bilharziose; andere Erkrankungen; Krokodile?). Weitere Tropen- und
Infektionserkrankungen kommen vor, allerdings in sehr unterschiedlicher Gefährdung der Reisenden.
Medikamente zur Prophylaxe gegen Malaria sind in einigen Landesteilen sinnvoll, sie müssen im Beratungsgespräch vor der Reise mit dem
Tropenarzt individuell festgelegt werden: Lariam? Resochin und Paludrine? Andere? Nur "stand by"-Einnahme als Therapie? Bewusster Verzicht auf medikamentöse Prophylaxe? Alle diese Medikamente sind verschreibungspflichtig!
Medizinische Versorgung im Lande ist, soweit es sich um die größeren Städte handelt, mit der in Europa zu vergleichen. Sie ist auf dem Lande - besonders im Amazonasgebiet - jedoch vielfach technisch, apparativ und/ oder hygienisch
problematisch. Oft fehlen auch europäisch ausgebildete Englisch / Französisch sprechende Ärzte. Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen.
Eine individuelle Reiseapotheke sollte in die Peripherie mitgenommen und unterwegs dann den Temperaturen entsprechend geschützt werden (Kühlkette?). Auch hierzu ist individuelle Beratung durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner
sinnvoll.
Die Kosten für ärztliche Behandlungen und Krankenhausaufenthalte sind z.T. erheblich höher als in Deutschland. Sie werden von deutsche Krankenversicherungen oft nicht oder nur teilweise abgedeckt. Rücksprache mit dem
zuständigen Krankenversicherungsträger vor Reisebeginn bzw. Abschluss einer Reisekrankenversicherung sind deshalb ratsam.
Die deutschen Auslandsvertretungen vor Ort stellen auf Wunsch Listen deutschsprachiger Ärzte zur Verfügung.
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22.04.1500 |
Auf dem Weg nach Indien landet der portugiesische Seefahrer Cabral bei Porto Seguro an der brasilianischen Küste und nimmt sie für Portugal in Besitz. Bis Anfang des 19. Jh. ist Brasilien ein von Portugal abhängiges Vizekönigreich. |
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1549 |
Erste Hauptstadt wird Salvador/Bahia (bis 1763, danach Rio de Janeiro). |
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Anfang 17. Jh. |
Versuche der Franzosen (Amazonasmündung) und der Niederländer (Pernambuco), sich in Brasilien festzusetzen, werden bald zurückgeschlagen. Während im Küstengebiet der mit afrikanischen Sklaven betriebene Zuckerrohrbau aufblüht, dringen von São Paulo aus die sog. Bandeirantes auf der Suche nach Gold, Diamanten und Indianersklaven bis an die Vorberge der Anden vor und erweitern so den portugiesischen Einflussbereich kontinuierlich. |
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1807 |
Regent João flieht vor der napoleonischen Armee nach Brasilien, das er von der kolonialen Abhängigkeit befreit. |
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07.09.1822 |
Als das Mutterland nach der Rückkehr Joãos 1821 das frühere Verhältnis zu erneuern sucht, erklärt dessen ältester Sohn die Unabhängigkeit Brasiliens (von Portugal 1825 anerkannt) und wird als Pedro I. Kaiser Brasiliens. Während der Herrschaft seines Sohnes Pedro II. verlagert sich der wirtschaftliche Schwerpunkt vom Zuckerrohr- und Tabakanbau im Norden zum Anbau von Kaffee im Süden. Pedro II. fördert konsequent die Einwanderung von Europäern, darunter auch vielen Deutschen. |
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1889 |
Entschädigungslose Aufhebung der Sklaverei (1888) führt letztlich zum Sturz des Kaisertums. |
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1891 |
Verfassung der neuen Republik lehnt sich stark an das föderale Vorbild der USA an; Parteienkämpfe, bürgerkriegsähnliche Situationen und Zerrüttung der Finanzen; erste Ansätze einer Industrialisierung, vor allem im Bundesstaat São Paulo, seit dem ersten Weltkrieg. |
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1929/30 |
Hohe Staatsverschuldung und Überproduktion von Kaffee verbunden mit dessen Preissturz in der Weltwirtschaftskrise führen zum wirtschaftlichen Zusammenbruch. |
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Ab 1930 |
An der Spitze einer Aufstandsbewegung gelangt Getulio Vargas an die Macht. Mit Hilfe der Verfassungen von 1934 und 1937 (Errichtung des "Estado Novo": autoritäres Regierungssystem auf korporativer Basis) entwickelt er eine persönliche Diktatur. Parteien werden 1937 verboten. |
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1945 |
Die Revolution vom Oktober 1945 erzwingt Vargas' Rücktritt und Brasilien wird wieder eine demokratische Republik. |
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1950 - 54 |
Vargas wird erneut zum Präsidenten gewählt und versucht, wieder eine autoritäre Innenpolitik zu betreiben. Von den Militärs zum Rücktritt gezwungen, begeht er Selbstmord. |
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1956-61 |
Präsident Juscelino Kubitschek betreibt den inneren Ausbau Brasiliens, vor allem die Industrialisierung und die Errichtung der neuen Hauptstadt Brasilia (seit 1960) mit großer Energie; sein Ausbauprogramm überlastet jedoch den Staatshaushalt. |
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1964 - 85 |
Mit dem Sturz des sozialreformerisch eingestellten Präsidenten Goulart (u.a. Enteignung von Ländereien zugunsten landloser Bauern) beginnt eine 21-jährige Militärherrschaft: wichtigste Verfassungsgarantien außer Kraft
gesetzt, Menschenrechtsverletzungen, Wirtschaft und Finanzen zerrüttet (100 Mrd. US$ Auslandsschuld, ca. 50 Mrd. US$ Inlandsverschuldung, Inflation erreicht Jahresmarke von 230%). |
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15. März 1985 |
Wiederherstellung der Demokratie: Übergang im Rahmen der Verfassung mit Duldung und schließlich behutsamer Förderung der Militärs. |
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05. Oktober 1988 |
Verabschiedung einer dem demokratischen Verfassung |
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1989-1994 |
Amtszeiten Sarney, Collor de Mello, Itamar Franco |
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1994 |
Mit der Einführung des Real als neuer Währung wird die Inflation unter Kontrolle gebracht; Präsidentschaftswahl: ehem. Finanzminister Fernando Henrique Cardoso zum Präsidenten gewählt |
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1995 |
Amtsantritt Fernando Henrique Cardosos |
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1998 |
Cardoso zum zweiten Mal als Staatspräsident gewählt |
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Anfang 1999 |
Finanzkrise: Freigabe des Wechselkurses des Real, der sich jedoch an den Märkten stabilisieren kann |
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Oktober 2000 |
Aus den Kommunalwahlen geht die Arbeiterpartei PT als Hauptgewinnerin hervor |
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Oktober 2002 |
Präsidentschafts- und landesweite Gouverneurswahlen |
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Oktober 2002 |
Lula da Silva gewinnt die Präsidentschaftswahlen |
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Ländername |
Föderative Republik Brasilien (República Federativa do Brasil) |
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Lage und Klima |
5º nördliche bis 33º südliche Breite, 35º bis 74º westliche Länge; grenzt an alle Länder Südamerikas außer Chile und Ecuador; Klima tropisch und subtropisch |
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Größe des Landes |
8,5 Mio. km²; 47% Fläche des südamerikanischen Kontinents |
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Hauptstadt |
Brasília, 2 Mio. Einwohner |
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Bevölkerung |
169,5 Millionen, Wachstum 1,3 % p.a.; ethnische Vielfalt, regional unterschiedlich. Prädominant europäisch, afrikanische Minoritäten, indianische Komponente |
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Landessprache |
Portugiesisch in brasilianischer Variante |
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Religionen / Kirchen |
überwiegend römisch-katholisch; zunehmend protestantische Gruppen und Sekten; verbreitet synkretistisch-animistische Kulte |
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Nationalfeiertag |
7. September, Unabhängigkeitstag |
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Unabhängigkeit |
7. September 1822 von Portugal |
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Staatsform |
Präsidiale Förderative Republik |
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Staatsoberhaupt und Regierungschef |
Luis Inacio Lula da Silva (PT) |
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Außenminister |
Celso Lafer |
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Parlament |
Nationalkongress, bestehend aus Abgeordnetenhaus (513 Abgeordnete) und Senat (81 Senatoren) |
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Präsident des Nationalkongresses |
Rames Tebet |
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Parteien im Kongress |
- PSDB (Partei der brasilianischen Sozialdemokratie – Partei des Präsidenten) |
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Gewerkschaften |
- Central Unica dos Trabalhadores (CUT) demokratisch-sozialostisch, PT-nahe |
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Verwaltungsstruktur |
26 Bundesstaaten und der Bundesdistrikt, Gemeinden |
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Mitgliedschaft in internationalen Organisationen |
u.a. Vereinte Nationen (Gründungsmitglied), VN-Sonderorganisationen, Weltbank, IWF, WTO. Organisation amerikanischer Staaten, Mercosul |
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Medien: |
- 2.500 Zeitungen (davon 6 überregionale Tageszeitungen) und mehrere Wochenzeitschriften; |
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Bruttoinlandsprodukt |
595 Mrd. USD (2000) |
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BIP pro Kopf |
3.520 USD (2000) |
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Wechselkurs |
1 EUR = ca. 3,50 BRL |
Informationen vom auswärtigen Amt Deutschland Stand Juli 2002
Geschichtliches
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